Mittwoch, 1. Juli 2015

Der erste Tag



Tag 1

Es ist soweit. Der Tag des Dienstantritts für uns Offizieranwärter (Heer) ist gekommen. In der Aufforderung zum Dienstantritt war die Anreise zwischen 10 und 18 Uhr angegeben. Mein neuer Arbeitsplatz für die nächsten sechs Monate wird die Panzertruppenschule Munster sein, welche das Offizieranwärterbataillon 1 beherbergt (OA - Btl 1). Dort werde ich zusammen mit knapp 200 Kameraden in der 2. Kompanie meinen Dienst antreten. Insgesamt umfasst das Bataillon 600 Männer und Frauen, welche auf drei Kompanien aufgeteilt sind. Diese gliedern sich wiederum in vier Züge zu je etwa 50 Soldaten. Zunächst aber zurück zur Anreise: Damit ich pünktlich am Standort eintreffen konnte, machte ich mich um 8 Uhr morgens auf den Weg. Von meiner Heimat in Hamburg brauche ich etwa 90 Minuten mit dem Auto. Nachdem ich in meiner Kaserne ankam und vor dem Gebäude meiner Kompanie parkte, meldete ich mich im Personalbüro. Dort wurden alle Neuankömmlinge einem Zug zugeteilt. Die diensthabende Frau Personalunteroffizier schickte mich zum dritten Zug (2./OA - Btl 1 III Zug). Einige Dokumente waren noch abzugeben, bevor ich mich in das Nachbargebäude begab und mich beim dritten Zug meldete.

Dort erhielt ich einen Umschlag voller Dokumente und ein Laufzettel zum Abarbeiten. Ersteinmal konnte ich jedoch meinen Rucksack und meinen Koffer in meine Stube räumen. Besonders überraschend: Wir schlafen in Zweibettzimmern - was jedoch nicht bedeutet, dass sie größer sind! Nachdem auch der Laufzettel mit seinen vielen bürokratischen Aufgaben erledigt war, gab es um 12:00 mit einigen Kameraden in der Truppenküche (eine ganz normale Kantine) ein ordentliches und sehr schmackhaftes Mittagessen. Gegen 14:00 dann verlegten wir mit dem Bus zur LHBw, der Bekleidungsgesellschaft der Bundeswehr, wo wir unsere Uniformen und unsere Ausrüstung bekommen sollten. Schon bei der Fahrt durch die Kaserne bekamen wir etliche Panzerfahrzeuge aller Art zu sehen.

Der anschließende Bekleidungsvorgang allerdings zog sich zum allgemeinem Leidwesen bis etwa 18:00 hin, weshalb wir uns um halb Sieben umso mehr auf die ausgeteilten Lunchpakete freuten! Nach einer weiteren Stunde des Wartens verlegten wir zurück zum Zuggebäude und räumten unsere Ausrüstung in die Spinde. Besonders hilfreich war dabei der Rat der Vorgedienten: Fast jedem neuen Soldaten wurde ein vorgedienter Soldat, z.B. solche, die bis dato freiwilligen Wehrdienst geleistet haben oder aus einer abderen Laufbahn in die der Offiziere wechseln. Dies soll eine bessere und schnellere Integration in die Truppe ermöglichen. Um 22:00 schließlich mussten wir erstmals in unserem Feldanzug antreten. Das Antreten erfolgt mehrmals am Tag nach jeder Pause. Dabei werden wir von den Gruppenführern vom Dienstgrad Hauptfeldwebel in unsere Aufgaben eingewiesen. Morgens und abends unterrichtet uns zudem unser Zugführer über anstehende Ausbildungsabschnitte und Organisatorisches. Er verabschiedet uns auch in den Dienstschluss, worauf wir alle mit einem lauten "Hurra!" antworten. Um 23:00 endlich konnten wir uns schlafen legen, was angesichts des anstrengenden Tages - ja, auch Warten kann anstrengend sein - nicht schwerfiel.

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