Die ersten 6 Monate - Offizieranwärterlehrgang

Es geht los! Ab dem 01.07.15 heißt es "Stillgestanden!"

Die richtige Versicherung

Eines der wohl kompliziertesten Themen für angehende SaZ.

Dienstag, 21. Juli 2015

Gefechtsdienst



Tag 21

Heute ging es auf den Truppenübungsplatz; davon gibt es bei uns, dem größten Standort des deutschen Heeres, gleich drei Stück. Nachdem wir unsere Waffen empfangen und unser Gepäck auf einen Lastwagen geladen hatten, verlegten wir mit einem Bus in einen freien Bereich des TrÜbPl Munster. Für den sog. Gefechtsdienst tragen wir immer den sog. Gefechtsanzug. Dieser besteht aus

  • Kampfstiefel (+Socken)
  • Feldhose (+Unterwäsche)
  • T-Shirt, darüber Splitterschutzweste, darüber Feldjacke (eine etwas längere und robustere Version der normalerweise getragenen Feldbluse)
  • Koppel um den Bauch/Hüfte
  • Helm
  • Rucksack
Zurück zur Lage: Wir befinden uns auf dem Truppenübungsplatz. Nachdem wir uns auf die drei Gruppen aufgeteilt hatten, führten die Gruppenführer eine stichprobenartige Rucksackkontrolle durch. Diese fällt durchwachsen aus, weshalb uns die Konsequenzen klar gemacht werden, sollten wir in Zukunft einen unvollständigen Rucksack vorzuweisen haben. Nun marschierten wir ein Stück in den Wald hinein und suchten dort einen geeigneten Platz für unsere erste Übung: Das Tarnen & Täuschen. Dazu wurde uns zunächst eine richtige Tarnung an einem Soldaten vorgeführt und noch einige Punkte erklärt, woraufhin wir unsere Helme sowie unsere Gesichter tarnen sollten. Mittel dazu: Tarnmaterial aus der Natur sowie die Tarnschminke.














Dieser Ausbildungseinheit folgte noch eine praktische Ausbildung in den verschiedenen Bewegungsarten des Soldaten. Dazu gehören das Gehen, Kriechen und Gleiten sowie das Hinlegen und Aufstehen. Was sich einfach anhört, ist in der Praxis nicht immer fehlerfrei umzusetzen; es gibt genaue Methoden, wie man hinzufallen hat oder kriecht. Nachdem wir die Übung beendet hatten, bildeten wir erstmals eine Schützenreihe, welche uns der Ausbilder erklärte. In dieser Form verlegten wir sodann zum Sammelpunkt, wo wir unser Mittagessen empfingen (Essen mit Feldbesteck) und innerhalb der Gruppen verpflegten.
Am Nachmittag sollten wir uns nun mit den Formen der Entfaltung und dem dahingehend richtigen Verhalten vertraut machen. Wir lernten also, was ein Schützenrudel und eine Schützenreihe sind und wie diese zu bilden sind. Hier sind Abstände und Sicherungsbereiche einzuhalten und zu beachten. Ebenfalls wandten wir die wichtigsten Handzeichen zur Verständigung an und übten das richtige Überqueren und Passieren von Wegen und Straßen. Etwa zwei Stunden nach dem Mittagessen fanden wir uns wieder am Sammelplatz ein, wo wir unsere Helme, Rucksäcke und Koppeln auf den Laster hievten und dann in den Bus stiegen. Zunächst freuten sich alle, nach der nicht wenig anstrengenden Ausbildung zur Kaserne zurückgebracht zu werden, doch es sollte anders kommen:  Nach etwa 4km Strecke hielt der Bus an und wir bekamen den Befehl, draußen vor dem Bus anzutreten. Man ahnt es bestimmt: Wir legten den restlichen Weg von ca. 2km bis zur Kaserne im Laufschritt mit Gewehr zurück. Dies war teilweise schon sehr fordernd und führte dazu, dass manch einem unter die Arme gegriffen werden musste. Vor unserem Gebäude angekommen, merkten wir, dass unser Zug ob der erbrachten Leistung und der gegenseitigen Unterstützung zusammengewachsen war. Deutlich wahrnehmbar war die allgemeine Euphorie, nachdem wir diese Anstrengung gemeinsam geschafft hatten. Nun also luden wir das Gepäck vom Laster und gingen kurz auf die Stuben um etwas zu Trinken. Es folgte noch ein grobes Waffenreinigen und dann die Waffenabgabe. Für die Zeit nach Dienstschluss galt wie immer der Grundsatz "Erst die Ausrüstung, dann der Soldat".

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